Regulierung
    27. Juli 2026

    Striktere Regulatorik in China: ByteDance und Alibaba deaktivieren personalisierte KI-Avatare

    Von Michael Katzlberger ·

    Striktere Regulatorik in China: ByteDance und Alibaba deaktivieren personalisierte KI-Avatare
    📷 Rain Lü / Pexels
    Quelle:Readhub

    Peking verschärft die Zügel im Bereich der generativen Künstlichen Intelligenz (KI). Die führenden chinesischen Technologiekonzerne ByteDance und Alibaba haben in dieser Woche zentrale Funktionen ihrer KI-Plattformen Doubao und Tongyi Qianwen deaktiviert. Grund hierfür ist das Inkrafttreten der Vorläufigen Maßnahmen zur Verwaltung von anthropomorphen KI-Interaktionsdiensten, die am 15. Juli 2024 offiziell wirksam wurden. Diese neuen Richtlinien zielen spezifisch auf die Regulierung von KI-Agenten ab, die menschliches Verhalten, Persönlichkeiten oder Identitäten simulieren.

    Strategischer Rückzug bei Doubao und Tongyi Qianwen

    Besonders betroffen sind die sogenannten personalisierten Agenten-Funktionen. Nutzer konnten bislang eigene KI-Persönlichkeiten erschaffen, die in Sprache, Tonfall und Charakter realen oder fiktiven Personen nachempfunden waren. Alibaba hat diesen Dienst für seine Plattform Tongyi Qianwen bereits in zwei Phasen am 10. und 15. Juli eingestellt. ByteDance folgte diesem Schritt unmittelbar und deaktivierte die entsprechenden Anpassungsoptionen für seinen Chatbot Doubao pünktlich zum Stichtag der neuen Regulierung. Beide Unternehmen reagieren damit präventiv auf die verschärften Haftungsregeln, die das Risiko von Deepfakes und Identitätsmissbrauch minimieren sollen.

    Fokus auf Identitätsschutz und Kennzeichnungspflicht

    Die neue Verordnung der chinesischen Internetbehörde CAC (Cyberspace Administration of China) legt den Schwerpunkt auf die klare Unterscheidbarkeit zwischen Mensch und Maschine. Anbieter müssen nun sicherstellen, dass KI-Systeme zu keinem Zeitpunkt eine menschliche Identität vortäuschen, ohne dass dies für den Nutzer unmissverständlich erkennbar ist. Zudem verschärfen die Regeln die Anforderungen an die Zustimmung zur Verwendung von biometrischen Daten oder persönlichen Merkmalen Dritter beim Training solcher Avatare. Der proaktive Stopp dieser Features durch Branchenriesen verdeutlicht den hohen Compliance-Druck, unter dem chinesische Tech-Unternehmen stehen, um regulatorische Sanktionen zu vermeiden.

    Auswirkungen auf den chinesischen KI-Markt

    Beobachter der Branche werten diesen Schritt als Zäsur für das Geschäftsmodell der KI-Begleiter, das in China zuletzt einen massiven Hype erlebte. Die Personalisierung galt als Treiber für die Nutzerbindung im B2C-Segment. Durch den Wegfall dieser Funktionen verlagert sich der Wettbewerb nun stärker in Richtung produktivitätsorientierte Anwendungen und streng kontrollierte, vordefinierte Charakter-Modelle. Für globale Marktteilnehmer sendet das Vorgehen ein deutliches Signal: China priorisiert soziale Stabilität und den Schutz von Persönlichkeitsrechten konsequent vor grenzenloser technologischer Innovation im Bereich der Mensch-Maschine-Interaktion.

    Hinweis: Mit der Hilfe von KI generiert